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INTERVIEW MIT PETER LEIPOLD
Warum faszinieren Komponist Peter Leipold
vor allem märchenhafte Geschichten? Und was
macht „ Hey, hey, hey, Taxi! ” zu einem idealen
Musiktheatersto昀昀? Ein Gespräch über Fantasie,
Musik und das Erzählen.
Peter, du sagst, dass du Geschichten erzählen möchtest, ohne dich als Komponist zwischen
Publikum und Geschichte zu stellen. Was meinst du damit?
Mich fasziniert grundsätzlich die Verbindung von Wort und Musik – ganz gleich, ob im
Musiktheater, in Orchesterwerken oder in der Kammermusik. Deshalb liegt mir auch die
Vertonung literarischer Stoffe besonders am Herzen. Ich finde, dass sich Erzählungen und
Musik auf wunderbare Weise gegenseitig bereichern können. Als Komponist geht es mir
dabei nie darum, zu zeigen, was ich alles Komplexes, Virtuoses komponieren kann. Mein
Ziel ist es vielmehr, der Geschichte zu dienen und sie mit der Musik zu unterstützen, zu
vertiefen und manchmal auch auf eine neue Ebene zu heben. Gleichzeitig inspiriert mich
die Geschichte selbst ungemein. Ich arbeite sehr gerne mit Worten, sei es als Gedicht oder
als Erzählung. Ich finde das sehr spannend und sehr belebend.
Was muss eine Geschichte mitbringen, damit du das Bedürfnis verspürst, sie zu vertonen?
Für mich hilft es sehr, wenn sie einen in fremde Welten eintauchen lässt, wenn sie also
etwas Märchenhaftes bekommt. Eine Welt, in der die Musik also trägt.
Das passt ja zu „Hey, hey, hey, Taxi!“, der Geschichte, die du für die Montforter Zwischentöne vertonst. Darin geht es, ganz verkürzt gesagt darum, dass ein Taxi die Reisenden an alle
möglichen fantasievollen Orte bringen kann. Was macht diesen speziellen Sto昀昀 für dich zum
einen reizvoll und zum anderen aber vielleicht ob der damit verbundenen großen Freiheit
vielleicht auch nicht so leicht umzusetzen?
Ja, das Taxi ist hier wirklich wie eine Tür in ganz verschiedene, bunte und abenteuerliche Welten. Deshalb hat mich dieser Stoff, der ja nun nicht zu den alten Klassikern der
Kinderbuchliteratur zählt, gleich gepackt. Das war wirklich so ein bisschen wie Liebe auf
den ersten Blick, als ich das Buch in die Hände bekommen habe, weil es ganz im Sinne
der Klassiker von Lindgren, Ende und Preußler den Horizont erweitert und Türen öffnet.
Und das ist etwas, was ich ganz, ganz wichtig für junge Menschen finde. Preußler wurde
gefragt, warum er gerade in seiner Zeit über Hexen, Wassermänner und kleine Gespenster geschrieben hat, denn das sei schon damals nicht mehr modern gewesen und er hat
dann geantwortet, dass die Kinder die Erwachsenen von morgen sind und mit Problemen
konfrontiert werden, die wir noch gar nicht kennen. Und dass es für sie schwierig wird, die
Lösungen dafür zu finden, wenn wir ihnen keine Träume an die Hand geben. Es gibt viele
Kinderbücher, die etwas erklären oder beschreiben, aber ich finde es so wichtig, dass die
Kinder im Sinne von Preußler wirklich die Chance bekommen, die Dinge auch weiterzudenken und ihren Horizont zu öffnen.
Bei „Hey, hey, hey, Taxi!“ sollen in Feldkirch auch die Kinder sehr stark involviert werden.
Macht es die Aufgabe des Komponierens schwerer oder leichter?
Klar muss es auf die Kinder zugeschnitten sein, aber den Kompositionsprozess verändert
MOZ - MONTFORTER ZWISCHENTÖNE MAGAZIN - N.02 - HERBST 2026
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