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KÜNSTLER:INNEN IM SPOTLIGHT
es, wenn ich so darüber
nachdenke, gar nicht
so sehr. Es ist mehr so,
dass ich für die Kinder wie für ein spezielles Instrument
schreibe, das halt eine bestimmte Bandbreite bedienen
kann, so wie ich sonst auch für verschiedene Instrumente
mit unterschiedlichen Registern komponiere.
Du warst viele Jahre vor allem Dirigent. Was hat dich bewogen, diesen Pfad zu verlassen und ganz auf das Komponieren zu setzen?
Eigentlich war es mehr ein Zurück und gar nicht ein
anderer Weg. Seit ich Noten gelernt habe, war es für mich
irgendwie ganz natürlich auch eigene Stücke zu schreiben.
Irgendwann haben mich verschiedene Menschen darauf
aufmerksam gemacht, dass das gar nicht so selbstverständlich ist. Daraufhin habe ich als Jugendlicher dann
schon Kompositionsunterricht genommen und auch
bei verschiedenen Wettbewerben mitgemacht. Nach der
Schule stand die Entscheidung zwischen dem Dirigieren
und dem Komponieren an. Aus verschiedenen Gründen
entschied ich mich zunächst für Ersteres und habe nach
dem Studium zunächst an einigen Theatern als Kapellmeister gearbeitet. Die dort gesammelten Erfahrungen
erweisen sich heute immer wieder als Glücksfall. Da sind
schon so viele Noten und Partituren durch meine Hände,
Augen und Ohren gegangen, dass diese mir bereits gute
Lehrer waren.
Vermisst du das Dirigieren manchmal?
Ja, natürlich. Ich dirigiere nach wie vor sehr gern, und
manchmal habe ich die Gelegenheit, eines meiner eigenen
Werke vom Dirigentenpult aus zu erleben – das ist jedes
Mal ein besonderer Glücksfall. Gleichzeitig fühle ich mich
beim Komponieren genau
am richtigen Platz. Es erfüllt
mich sehr, und ich bin dankbar, dass ich derzeit viele
Aufträge erhalte und davon
leben kann. Das empfinde
ich als großes Geschenk.
„Das empfinde
ich als großes
Geschenk.“
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Gibt es Momente, in denen dich dein eigenes Werk im
Kompositionsprozess überrascht?
Ja (überlegt). Das ist eine tolle Frage, die habe ich noch nie
gestellt bekommen. Aber es ist wirklich so: Manchmal
sitzt man da und denkt „Woher kam das denn jetzt?“
(lacht)
Wie sieht der erste Moment mit einem neuen Werk aus?
Ist da ein Bild, ein Gefühl, eine Melodie?
Das ist unterschiedlich. Manchmal ist es wirklich ein
Gefühl, das man versucht einzufangen. Dann wieder ein
Bild, das sich gerade anbietet – zum Beispiel ein Wald
oder ein Wasser. In „Hey, hey, hey, Taxi!“ gibt es natürlich
sehr viele Bilder. Und dennoch muss man auch die Waage
halten zwischen der Vertonung des Gefühls, das in mir
aufkommt, wenn ich das Bild sehe und dem umgekehrten
Weg, nämlich das Bild darzustellen und darüber dann das
Gefühl freizulassen.
Hast du ein bestimmtes Setting, das du zum Komponieren
brauchst?
Ich wäre froh, wenn ich das hätte. Was sehr hilft, ist tatsächlich Zeit. Ich liebe Tage, die ganz langweilig sind, wo
kein Anruf kommt, keine E-Mail und man nichts anderes
erledigen muss. Die sind relativ rar. Ich habe mich früher
immer gefragt, warum die Tage in Tagebüchern – beispielsweise eines Richard Strauss – so unglaublich monoton
und im immer selben Rhythmus abliefen. Um die und die
Uhrzeit wurde komponiert, dann kam der Spaziergang,
dann der Kaffee. Da denkt man erstmal „Huch! Wie kann
man so gewaltige Musik schreiben, wenn der Tag so einen
stupiden Tagesablauf hat?“ Mittlerweile kann ich es total
verstehen.
Gibt es einen Klang aus deiner Kindheit, den du bis heute
in dir trägst?
Wahrscheinlich sind das so die ersten Stücke, die ich geschrieben habe. Das erste Stück, mit dem ich einen Wettbewerb gewonnen habe, als Zwölf- oder Dreizehnjähriger.
Es kommt ja irgendwann der Punkt, wo man sich überlegen muss, was und wie man schreibt. Und wo das auch
von außen von Erwachsenen so an einen herangetragen
MOZ - MONTFORTER ZWISCHENTÖNE MAGAZIN - N.02 - HERBST 2026