MOZ Magazin - Magazin - Seite 31
STEFANIE THURNER
Das Motto der Herbst-MOZ lautet „und jetzt!?“. Wie
würdest du diese Frage bezogen auf das Montforthaus
beantworten, oder anders gefragt, wie stellst du dir die
Ausrichtung des Hauses unter deiner Federführung in
Zukunft vor?
„Und jetzt!?“ steht für mich nicht für kurzfristigen
Aktionismus, sondern für eine bewusste Entscheidung:
Wir müssen nicht alles neu machen, aber klarer definieren, wofür das Montforthaus künftig stehen soll. Jetzt
ist die Zeit, das Profil zu schärfen und die vorhandenen
Stärken konsequent auszubauen.
Das Montforthaus soll auch künftig ein Ort der Begegnung sein – ein Haus, in dem Menschen zusammenkommen, sich austauschen und aus diesem Zusammentreffen Neues entsteht. Strategisch wollen wir das Haus im
Tagungs- und Kongressmarkt deutlich stärker positionieren. Das ist für mich eine logische Konsequenz aus
unserer Lage im Vierländereck, der wirtschaftlichen
Stärke der Region und den hervorragenden räumlichen
Voraussetzungen des Hauses.
Gleichzeitig sollen Kultur und außergewöhnliche Veranstaltungen ein wichtiger Bestandteil unserer Identität
bleiben. Das Alte Hallenbad bildet dabei eine einzigartige Ergänzung zum Montforthaus. Als eigenständige
Location und als Innovationshub bietet es bewusst viel
Raum für innovative Formate und erweitert zugleich
unser Gesamtangebot – vor allem auch für Tagungen
und Kongresse.
Wir wollen jedoch nicht mehr den Anspruch verfolgen, alles für alle zu sein. Vielmehr sollen beide Häuser Raum für Veranstaltungen bieten, die zu ihrem
jeweiligen Profil passen, Haltung zeigen und Menschen
miteinander in Verbindung bringen. So entsteht aus
zwei eigenständigen Häusern ein unverwechselbares
Gesamtangebot. Beide können ihre jeweiligen Stärken
ausspielen und ergänzen sich auf besondere Weise.
Welches Erlebnis als Besucherin eines Kongresses oder
einer Kulturveranstaltung hat dich beru昀氀ich geprägt?
Mich hat weniger ein einzelnes Erlebnis geprägt als eine
Erfahrung, die sich bei vielen guten Veranstaltungen wiederholt: Besonders in Erinnerung bleiben jene Momente,
die gedanklich oder emotional etwas auslösen – im besten
Fall beides.
Dabei ist für mich der Austausch mit anderen Menschen
besonders wertvoll. Gute Gespräche, neue Perspektiven
und unerwartete Begegnungen geben mir Energie und
wirken oft über die eigentliche Veranstaltung hinaus.
Daraus nehme ich auch
für meine Arbeit etwas
Wesentliches mit: Ein Veranstaltungshaus ist mehr
als seine Räume und seine
Infrastruktur. Es schafft
die Voraussetzungen dafür,
dass Menschen miteinander
ins Gespräch kommen und
neue Gedanken entstehen
können.
Das Montforthaus steht
unter wirtschaftlichem
Druck. Wo siehst du das
größte ungenutzte Potenzial?
„Kultur und
außergewöhnliche Veranstaltungen sollen
ein wichtiger
Teil unserer
Identität
bleiben.“
Das größte ungenutzte Potenzial sehe ich im Tagungs- und
Kongressgeschäft. Uns fehlen dafür nicht die Voraussetzungen, sondern vor allem die Sichtbarkeit und eine klare
Ansprache des Marktes. Das Montforthaus verfügt über
eine besondere Lage im Vierländereck, vielseitige Räumlichkeiten und ein professionelles Team mit viel Erfahrung und hoher Veranstaltungskompetenz. Im Tagungsund Kongressmarkt ist es bislang jedoch noch nicht in
dem Maße präsent, wie es seiner Qualität und seinen
Möglichkeiten entsprechen würde.
Genau dort werden wir ansetzen: mit einer klaren Positionierung, gezielter Marktbearbeitung und Angeboten, die
auf die Bedürfnisse von Unternehmen und Veranstaltern
abgestimmt und zugleich wirtschaftlich tragfähig sind. So
können wir die vorhandene Infrastruktur besser auslasten,
die wirtschaftliche Basis des Hauses nachhaltig stärken
und zusätzliche Wertschöpfung für Feldkirch und die
Region ermöglichen.
MOZ - MONTFORTER ZWISCHENTÖNE MAGAZIN - N.02 - HERBST 2026
SVI
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