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ANDREAS HÖFER IM INTERVIEW
ZUR PERSON
Andreas Höfer wurde 1964 in
Potsdam geboren und absolvierte seine Kameraausbildung
an der Hochschule für Film
und Fernsehen „Konrad Wolf“.
Ende der 1980er-Jahre begann
seine Laufbahn als Kameramann, früh geprägt durch die
Zusammenarbeit mit Andreas
Dresen, die bis heute anhält
und Filme wie „Nachtgestalten“ oder auch „Sommer vorm
Balkon“ hervorbrachte. Auch
mit Volker Schlöndor昀昀 verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit. Die Handkamera ist
sein Markenzeichen, in über
30 Produktionen eingesetzt.
Genreübergreifend für Kino,
Fernsehen und Dokumentation tätig, wurde Höfer mehrfach ausgezeichnet.
Die Kreativität braucht man natürlich trotzdem noch,
nicht wahr?
sammen. Ist das aus Deiner Sicht besonders wichtig oder
hilfreich, wenn man sich kennt?
Ja, das sage ich auch immer jungen Kolleg:innen: Es war
noch nie so einfach so gute Bilder wie jetzt zu machen.
Das birgt aber die Gefahr, dass die Bilder sich immer
mehr ähneln. Man muss ja mittlerweile nur auf einen
Knopf drücken, dann sieht alles aus wie „Vintage“ oder
wie „Pop“. Die Entscheidung, was ich da nehme, bleibt
zwar immer noch, aber attraktiver wird es immer
bleiben, sich den Weg bis dahin nicht immer komplett
abnehmen zu lassen, sondern auch mal aus diesen Grenzen auszubrechen und selbst zu überlegen. Künstliche
Intelligenz kann perfekter, jedoch meiner Meinung nie
kreativer als wir sein.
Mein Credo lautet da: Man kennt sich immer erst nach
dem Film. Wenn man dabei gut zusammengearbeitet
hat und ein nächstes Projekt anfängt, dann beginnt man
dieses auf einer anderen Stufe. Wenn es nicht gut funktioniert hat, dann muss man es ja nicht wiederholen.
Ich versuche immer, eine gute Balance aus der Arbeit
mit neuen Regisseur:innen und denen, die ich schon gut
kenne, zu finden. Aber klar, wenn die Zusammenarbeit
gut geklappt hat, versucht man alles, um das zu wiederholen, weil es schon ein Grundverständnis für die Arbeit
miteinander gibt. Das heißt jedoch nicht, dass nicht auch
in der Zusammenarbeit mit neuen Kolleg:innen etwas
Großartiges entstehen kann. Der Nachteil beim Arbeiten
unter Freunden kann nämlich auch sein, dass man wie
in einer alten Ehe denkt, man wüsste schon, was der
oder die andere will und diese Haltung der Entstehung
von etwas Neuem im Weg stehen kann.
Zurück zu Deinem Werdegang: Während der Wehrp昀氀icht, von der Du mal sagtest, dass sie mehr P昀氀icht
als Kür für Dich war, hast Du den späteren Regisseur
Andreas Dresen getro昀昀en. Bis heute arbeitet ihr viel zu-
MOZ - MONTFORTER ZWISCHENTÖNE MAGAZIN - N.01 - SOMMER 2026
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