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KÜNSTLER:INNEN IM SPOTLIGHT
„So etwas seht
und hört ihr
nie wieder“
EIN PORTRÄT VON SILJA VINZENS
Guy Speyers fühlt sich in der Neuen Musik
zuhause, weil sie Mut belohnt und zum Zuhören
herausfordert. Wer wissen will, warum er jeder
und jedem rät, wenigstens einmal ein solches
Konzert zu besuchen, kann das am 13. Juni
bei den Montforter Zwischentönen selbst
heraus昀椀nden.
Mit klassischen Strukturen brechen, bisher ungekannte Spieltechniken
ausprobieren, sich und das Publikum immer wieder selbst überraschen:
Für das Vorarlberger Ensemble Plus sind all das keine Unbekannten.
Dieses Jahr feiern die Musikerinnen und Musiker, die sich ganz der
Neuen Musik verschrieben haben, das 30-jährige Jubiläum. Bei den
Montforter Zwischentönen werden sie am Samstag, 13. Juni, im Palais
Liechtenstein mit einer Improvisation im Programm „Die Nacht (ist
nicht allein zum Schlafen da)“ dabei sein.
Guy Speyers, seit sechs Jahren Bratschist des Ensemble Plus, sagt
zur Entwicklung der Formation: „Angefangen hat das Ensemble mit
gemischten Projekten, bei denen klassische Werke mit Neuer Musik
gemeinsam auf dem Programm standen. Mit den Jahren haben wir
uns dann so weit etabliert, dass nur noch reine Neue Musik-Programme gespielt wurden“. Aktuell beobachte er jedoch eher wieder eine
rückläufige Bewegung, ergänzt der Musiker. „Die Komponist:innen
schreiben heutzutage wieder eher minimalistisch oder neoklassisch.
Nur wenige widmen sich ganz der Avantgarde oder versuchen, etwas
vollkommen Neues zu entwickeln. Das ist natürlich auch nicht falsch,
denn alles hat seinen Platz. Aber irgendwie empfinde ich es schon als
einen Zeitgeist, einen Wandel der Gesellschaft, die sich gerade eher
rückwärts bewegt. Auch die Popmusik geht momentan aus meiner
Sicht in diese Richtung“, erläutert Speyers.
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MOZ - MONTFORTER ZWISCHENTÖNE MAGAZIN - N.01 - SOMMER 2026