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PORTRÄT ENSEMBLE PLUS
Genau da wollen der Bratschist und seine Kolleg:innen
ansetzen. „Ich sehe es als unsere Aufgabe an, in solchen
Phasen dranzubleiben und über den Tellerrand zu schauen, was es noch so gibt. Die Zwischentöne beschreiben
mit ihrem Namen eigentlich sehr gut, wo wir mit dem
Ensemble Plus unterwegs sind, nämlich zwischen den
Tönen, auch mal in Vierteltonschritten, in einer Mikrotonalität, die unsere Ohren und unseren Geist fordert und
fördert“, sagt Guy Speyers. Das Festivalthema Jetzt! passe
daher besonders gut zu dem Ensemble.
"Es wäre mein
Wunsch, dass jede:r
sich einmal darauf
einlässt und es
probiert.“
Der Resonanzraum zwischen dem Publikum und den Musiker:innen sei
auch bei ihnen dabei sehr wichtig, fügt er an. „Es ist immer erstaunlich,
wie viele Menschen das erste Mal zu uns kommen und wiederkehren.
Aus dieser Erfahrung heraus wäre es auch mein Wunsch, dass jede:r
sich einmal darauf einlässt und es probiert“, sagt der Bratschist. Wenn
es einem nicht gefalle, sei das ja kein Problem, aber allein durch das
neue Konzerterlebnis nehme man in jedem Fall etwas mit. „Es ist sonst
doch so, wie mit Menschen, die nicht ins Ausland reisen, weil sie Vorurteile haben. Wenn sie sich dann doch trauen, kommt dabei vielleicht
sowas heraus, wie ,Oh, Afrika ist ja doch schön’“, meint Speyers. Er sehe
da auch einen gewissen Bildungsauftrag beim Ensemble Plus. „Wenn
die Politik das nicht macht, dann müssen wir es tun“, sagt er. Bei den
MOZ - MONTFORTER ZWISCHENTÖNE MAGAZIN - N.01 - SOMMER 2026
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